Beitrag zum Vereinsheft 04/2008

Der Deutschlandpokal Sen III S Standard am 04.10.08

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Ein Jahr intensive Planung und Vorbereitung haben sich gelohnt: Zum ersten Mal wurde die Durchführung eines Deutschland-Pokals nach Weilheim vergeben und er war – zumindest aus der Sicht der Gäste – ein großer Erfolg. Der Stellenwert dieser mit einer Deutschen Meisterschaft vergleichbaren Veranstaltung wurde unterstrichen durch die Anwesenheit höchster bayerischer und deutscher Tanzsportfunktionäre. Der Bayerische Ministerpräsidet als Schirmherr stiftete sogar einen Ehrenpreis, eine Trophähe, die kürzlich die erfolgreichen Olympia-Teilnehmer erhielten. „Mit der perfekten Durchführung dieser Veranstaltung hat sich die Weilheimer Tanzsport-Abteilung für Höheres empfohlen!“, so der Chairman des Turniers, Michael Eichert vom Deutschen Tanzsport-Verband. Im offiziellen Dankes-Schreiben des Präsidenten des LTVB (Landes-Tanzsportverband Bayern) schreibt Rudolf Meindl (der Turnierleiter war): „Sie haben damit einen wichtigen Beitrag zur positiven Imagepflege des LTVB über Bayern hinaus geleistet,“ und meint damit das Organisations-Team um Abteilungsleiter Peter Handel und Orga-Leiter Matthias Zoubek. Dieses Lob von höchster Stelle zeigt, dass der Weilheimer Tanzsport über die Stadt- und Landkreisgrenzen hinaus einen hervorragenden Ruf genießt.
Von den zunächst gemeldeten 104 Paaren traten schließlich 76 Paare an. Am Freitag Abend schon konnten die Sportler die Stadthalle in Augenschein nehmen und das Parkett prüfen, bevor die TSA zu einem Bayerischen Abend ins Vereinsheim lud. Pünktlich um 11.00 Uhr am Samstag startete Turnierleiter Rudolf Meindl das Turnier, bei dem auch Richard und Gisela Raschke von der TSA antraten. Für sie zählte eher der olympische Gedanke, denn bei der hohen Leistungsdichte der Tänzer und der niedrigeren Altersklasse rechneten sich die beiden keine großen Chancen aus. Umso größer war dann die Freude, als die Startnummern für die 1. Zwischenrunde bekannt gegeben wurden: Raschkes waren dabei! Insgesamt konnten sie 17 Paare hinter sich lassen und waren mit ihrem Ergebnis sehr zufrieden.
25 Paare qualifizierten sich für den Abend. Im Rahmen eines Gala-Balles wurden die letzen Zwischenrunden und das Finale des Deuschland-Pokals ausgetragen. Auch wenn die Stadthalle nur etwa zur Hälfte besetzt war, war die Stimmung hervorragend. Die Spannung stieg mit jedem Tanz, doch wurden die Favoriten ihrer Rolle gerecht. Die Vorjahres-Sieger konnten auch dieses Jahr die Wertungsrichter überzeugen: Christian Böhm / Elisabeth Striegan-Böhm vom TSC Dortmund standen (übrigens zum 200. Mal) ganz oben auf dem Treppchen und durften den großen Pokal des DTV in Empfang nehmen. Zusätzlich erhielten die Sieger auch als Ehrenpreis des Ministerpräsidenten den Bayerischen Löwen, eine Porzellanfigur.
Bestes Bayerisches Paar waren Günther und Marion Färber von der TSA im TSC Eintracht Karlsfeld auf Rang 6.
In den Tanzpausen zeigten die beiden Formationen der TSA ihr Können und wurden mit tosendem Applaus belohnt. Für Staunen und ungläubige Ausrufe sorgte die Einlage von Verena Sommerer, die die Jugend trainiert und die für die Choreographie und das Training der Jugend-Formation verantwortlich zeichnet. Die zweifache Europa-Meisterin zeigte mit einer hervorragenden Kür eine ganz andere Seite des Tanzens, nämlich die des Solo-Schau-Tanzes.
Von allen Turnier-Teilnehmern gab es überschwängliches Lob für die Organisation und die Helfer. Viele waren zunächst unschlüssig, die weite Anreise bis nach Südbayern zu wagen. Aber kein Paar hat es bereut. Alle waren beeindruckt vom reibungslosen Ablauf und der bayerischen Gastfreundschaft. Die Endrunden-Paare und die Offiziellen feierten bei der Siegerparty im Vereinsheim noch lange. Die Organisatoren selbst freuten sich, diese große Herausforderung so gut gemeistert zu haben, auch wenn sie es zugleich bedauern, dass in Weilheim und Umgebung so wenig Interesse an diesem ästhetischen Sport besteht.

Das vergangene Jahr stand für die Tanzsportabteilung ganz unter dem Zeichen des DP Sen III S. Aber darüber hinaus gab es natürlich noch einiges anderes zu berichten.

Turnier-Paare

Das Verletzungs- und Krankheitspech hat heuer mehrere Paare ausgebremst. Die verbleibenden Paare haben sich wacker geschlagen und viele beachtliche Erfolge ertanzt. Stellvertretend für alle hier eine kleine Auswahl:

Das Turnierpaar Richard und Gisela Raschke konnte nach der erfolgreichen Teilnahme an den Deutschland-Pokalen der Senioren III und IV in der Sonderklasse bei einem Turnier am 23. November beim Club TD-Düsseldorf Rot-Weiß einen guten Saisonabschluss feiern.
In einer ausgezeichneten Atmosphäre mit guter Musik, besten Bodeneigenschaften und begeisterten Zuschauern waren 10 Paare in einem Simultanturnier am Start. Im Finale mit 6 Paaren ergab sich dann bei durchaus gemischten Wertungen von Platz 3 bis Platz 6 ein ausgezeichneter 5ter Platz. Es war das erste mal, dass in einem offenen Turnier eine Finalteilnahme erreicht wurde und damit geht das Turnierjahr 2008 für die Raschkes auch zufriedenstellend zu Ende.

Für eine große Überraschung sorgten Matthias Zoubek und Partnerin Verena Sommerer: Bereits im Juni starteten die beiden bei den Bayerischen Meisterschaften Hauptgruppe D/C-Standard in Grafing und überzeugten sowohl das Publikum als auch die Wertungsrichter. Sie erreichten in allen drei ausgetragenen Tänzen Langsamer Walzer, Tango und Quickstep jeweils den 3. Platz und somit die Bronzemedaille. Das gesetzte Ziel des früheren Außenseiterpaares Zoubek/Sommerer war „nur“ das Erreichen des Semifinales, also unter die besten 12 Paare zu kommen. Bereits die Teilnahme am Finale mit 6 Paaren war ein unerwarteter Erfolg. „Der 3. Platz war einfach unglaublich!“ sagte Matthias Zoubek kurz nachdem er vom Präsidenten des LTVB Rudolf Meindl die Bronzemedaille überreicht bekommen hatte.
Harald und Ilonka Schubert konnten viele beachtliche Erfolge mit nach Hause bringen, darunter die Endrunden-Teilnahme bei den Bayerischen Meisterschaften in Weilheim (5. Platz), ein zweiter und ein dritter Platz in Rosenheim, sowie der Gesamtsieg in Stockdorf.
Willi und Pauline Tischer holten in Rosenheim in Ihrer Altersklasse den Gesamtsieg an beiden Turniertagen.
Werner und Ellen Becker konnten bei der Landesmeisterschaft in Weilheim einen guten 4. Platz ertanzen.
Auch die Breitensportpaare waren erfolgreich unterwegs und konnten viele erfreuliche Ergebnisse nach Weilheim bringen. Besonders die Jugendpaare trainierten unermüdlich und ließen sich auch durch Verletzungen nicht abhalten, an Turnieren zu starten.

Formationen
Der Deutschland-Pokal war für die Formation L.S.D.-Lumbago Show Dancers Anlass, eine neue Choreographie einzustudieren. Unter den Argusaugen von Tanja Geulen entstand ein buntes Bild aus den verschiedenen Tänzen, das nicht nur in der Weilheimer Stadthalle, sondern auch bei verschiedenen anderen Anlässen Anerkennung und Applaus erntete.
Die Jugendformation, die unter dem Abitur-Stress vieler Mitglieder zu leiden schien, lief zum DP zu wahrer Höchstform auf. Auch die Dirty Dancers konnten mehrere Auftritte in diesem Jahr verbuchen.

Prüfung zum DTSA
Im November schließlich organisierte die TSA die Prüfung zum Deutschen Tanzsport-Abzeichen, für die die gleichen Rahmenbedingungen gelten wie für die Prüfung zum Deutschen Sportabzeichen. 75 Tänzer aus 5 Clubs zeigten unter den wachsamen Augen des Prüfers Christian Halmheu (TSC Unterschleißheim), dass sie Takt, Schritte, Technik und Haltung beherrschten. Dabei reichte das Leistungsniveau von Bronze bis zu Gold mit Kranz/Wiederholung. Je nach Abzeichen müssen drei bis fünf Tänze gezeigt werden, mit je vier bis acht Figuren. Mit Bronze wird begonnen, dann folgt Silber, Gold, Gold mit Kranz und schließlich Gold mit Kranz/Wiederholung. Pro Jahr kann nur ein Abzeichen ertanzt werden. Neben den klassischen 10 Turniertänzen (Langsamer Walzer, Tango, Wiener Walzer, Slowfox, Quickstep, Samba, Rumba, Paso-Doble, Chacha und Jive) wurden auch Disco-Fox und Tango Argentino gewertet. Schließlich bestanden alle Paare insgesamt 13 Mal Bronze, 25 Mal Silber, 6 Mal Gold, 12 Mal Gold/Wiederholung, 3 Mal Gold mit Kranz und 11 Mal Gold mit Kranz/Wiederholung. Dass Meistertitel nicht automatisch ein Abzeichen beinhalten, zeigte die Teilnahme von drei Leistungssportpaaren. Die ehemaligen Deutschen Meister über 10 Tänze, Oliver und Tanja Geulen, Trainer bei der TSA, ertanzten sich das silberne Tanzsportabzeichen, Harald und Ilonka Schubert sowie Richard und Gisela Raschke erhalten Gold mit Kranz und Zahl/Wiederholung. Die Gäste kamen vom GTC Murnau, vom Tanzzentrum Murnau, von der TSA des TSV Partenkirchen und vom TSC Tölzerland. Das Altersspektrum reichte von 12 bis über 70 Jahre. Der jüngste Besucher war gerade mal 14 Monate jung. Die TSA sorgte mit einem reichhaltigen Kuchenbuffet für das leibliche Wohl der vielen Gäste.


Einsteiger

Auch in diesem Jahr fanden sich Interessenten, die mehr über das Tanzen wissen wollten. Unter der fachkundigen Leitung von Peter und Birgit Handel wurden sie in die Geheimnisse der ersten Schritte eingeweiht.

Ausblick auf 2009
Die TSA will sich auf keinen Fall auf den Lorbeeren des vergangenen Jahres ausruhen. So geht es auch in 2009 weiter mit einigen großen Turnieren. Am 26.04.09 findet in Weilheim die Auftakt-Veranstaltung zum Bayernpokal „Kids and Teens“ und „Twens and More“, kurz KaTTaM, statt.  Am 02. Mai werden in der Stadthalle die Landesmeisterschaften HGr B/A Standard und Sen S Latein ausgerichtet.

Natürlich kommen auch gesellschaftliche Veranstaltungen nicht zu kurz. Wer mehr dazu wissen will, stöbert auf der Homepage der TSA: www.tanzen-weilheim.de. Dort sind auch die Kontaktdaten zu finden.

Kerstin Uhl
Pressesprecherin
TSA im TSV 1847 Weilheim e. V.
pressesprecher@tanzen-weilheim.de

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